Ihre Gedanken
WIE SEID IHR AUF DIE IDEE GEKOMMEN?
Es war Roberts Idee und als er darüber sprach, hab ich Heimlich gehofft das er mich fragen wuerden ob ich mitkommen würde. Naja, und tatsächlich hat er mich gefragt, aber mehr so nebenbei in einem eigentlich völlig unpassenden Zeitpunkt. Ich hatte eine Menge ‚was wäre wenn’ Fragen, nicht unähnlich zu den Fragen die heute eine Menge Leute an mich stellen. Viele dieser Fragen entstanden Unkenntnis da ich ja noch nichts recherchiert hatte, aber auch aus Angst vor dem Unbekannten und Neuen.
WORAUF FREUST DU DICH AM MEISTEN AUF DER REISE?
Südost-Asien ist nicht neu für mich da ich schon dort drüben gelebt habe und viel gereist bin. Es ist mehr der Nahe Osten und was danach kommt was mich interessiert, vor allem Iran.
WAS SIND DEINE PLÄNE FUER DANACH?
Etwas Erholung sollte schon drin sein, bevor es wieder daran geht eine Arbeit zu finden, was natürlich eine ganz praktische Sache sein wird um das nächste Dach ueber dem Kopf (wo auch immer) zu finanzieren. Vielleicht klappts ja auch dann etwas mit dem Niederlassen, was ganz angenehm wäre nach den 17 Umzuegen in den letzten 5 Jahren in 3 Ländern und meinen Sachen über 4 Städte verteilt... so ein Leben hat auch seine Nachteile.
HAST DU "THE LONG WAY ROUND" GESEHEN? IST EURER TRIP EINE KOPIE? WAS HÄLST DU VON IHREM TRIP?
Robert hat mir die DVD vor ein paar Jahren gekauft, nachdem er sie sich selber schon angesehen hatte. Ich fand sie sehr unterhaltend und sehr gut gemacht und gefilmt. Obwohl, da gibt es eine Szene, es ist Winter und sie sind auf der ‚Road of Bones’ irgendwo in Ost-Sibirien und mit einem Mal fangen sie da an Baüme mit einer Axt umzuhauen und graben die Straße mit einer Schaufel um. Und ich dachte bei mir „wo um alles in der Welt haben sie denn jetzt die Axt und die Schaufel her??“ Leider habe wir weder den Platz noch die Mittel um soviel Ausrüstung wie die beiden mitzunehmen (nicht daß wir es irgendwo unterbringen könnten!). Die beiden hatten einen russischen Arzt dabei (eingeflogen), einen Fotografen, einen Kameramann aus der Schweiz, einen Produzenten aus den USA, ein ganzes Team was all den Papierkram für sie erledigte und alles ko-ordinierte...es hörte gar nicht mehr auf. Das Buch ist im Vergleich zur DVD nicht so spannend und eigentlich enttaueschend. Eine Kopie? Ja und Nein. Nein, im Sinne von daß wir die Idee schon hatten bevor die beiden ihren Trip machten, und auch weil die Route natürlich eine ganz andere ist. Allerdings hat uns ihr Trip daran erinnert das wir unsere Reise auch irgendwann machen würden, irgendwie.
WAS WIRD DAS SCHWIERIGSTE AN DER GANZEN REISE WERDEN?
Ich glaube, das Schwierigste wird wirklich sein daß wir den ganzen Tag zusammen sein, dh buchstäblich aneinander haengen warden. Fast 24 Stunden am Tag, jeden Tag und das für über 200 Tage, das wird nicht leicht werden, da jeder von uns hin und wieder mal etwas Privatsphäre braucht. Unabhüngig davon bewundere ich jeden der es für so lange Zeit mit mir aushält...nicht daß ich irgendwie schwierig oder anspruchsvoll wäre, ganz ehrlich...*hüstelhüstel*....
WAS DENKEN DEINE FREUNDE DARÜBER?
Ich bin eigentlich mehr so der zurückhaltende Typ, erzähl nicht viel von mir selbst, und daher denken wohl viele das ich so eine Reise nicht machen würde oder könnte. Das hat dann viele verblüfft. Einer nannte es ‘unvernünftig’, ein anderer ‘Schwachsinn’, aber die meisten sind wohl zu höflich und taktvoll um irgendetwas negatives oder verletztendes direct zu sagen. Davon abgesehen sind viele aber ehrlich begeistert, vor allem diejenigen die selber schon Abenteuerreisen unternommen haben. Aber jeder kann sagen was er darüber denkt, ich hab kein Problem damit, vor allem wenn man bedenkt das Teile der Reise durch Gegenden führen die alles andere als stabil sind...
WO IST DEIN ZUHAUSE?
Im Moment und für die Monate bis der Trip startet, ist es wohl Wellington, Neuseeland. Mein Zuhause ist eigentlich dort wo ich aufgewachsen bin, in Hawke’s Bay, 300km von Wellington entfernt. Aber richtig zuhause und daheim fühle ich mich eigentlich in Thailand, was schon seltsam ist. Innerhalb von ein paar Monaten nächstes Jahr wird Zuhause wohl auf dem Motorrad sein, all meine Sachen in zwei Packtaschen und dem Tankrucksack verstaut, vom Ersparten lebend und nie wissen wo man am Ende des Tages unterkommen wird. Hört sich verlockend an, oder? Zuhause nach der Reise? Weiß nicht, da gibt es so einige Länder die mich interessieren, aber das wird entschieden wenn es soweit ist.
WANN DENKST DU WIRD DIE REISE VORBEI SEIN?
Es ist ziemlich schwierig ein Datum zu nennen, wir haben uns beide darauf geeinigt unseren Zeitplan flexible zu halten da wir vorab nicht wissen können, wieviele Kilometer wir pro Tag schaffen können, da das ja von vielen Faktoren wie Straßenzuständen, Grenzkontrollen, Jahreszeiten usw abhängt. Es wäre schön wenn wir so im Herbst in Deutschland eintreffen würden und nicht im eisigen europäischen Winter.
WAS FRAGEN DICH DIE LEUTE WENN DU IHNEN VON DEM TRIP ERZÄHLST?
Eine klasse Frage, mit der jemand rausplatzte war ‘Und wo gehst Du auf Toilette?’ (Ich muß echt eine Liste mit diesen Fragen machen!). Obwohl, etwas ernsthafter gemeint, wurde mir auch empfohlen Messer und Pistolen mitzunehmen. Vielleicht liegt es daran daß ich eine Frau bin, daß mir die Leute mehr so sorgenvolle Fragen stellen als wenn ich ein Mann wäre. Es ist immer etwas schwieriger als Frau….schon lästig manchmal.
BIST DU BESORGT ODER HAST DU ANGST VOR EINIGEN LÄNDERN?
Ich mache mir etwas Sorgen um einige Grenzen. Auch der Verkehr in einigen Ländern, zum Beispiel in Indien, denke ich wird ein ziemlicher Alptraum sein.
WAS MOTIVIERT DICH EINE SOLCHE REISE ZU MACHEN?
Die ganze Reise war irgendwie immer Hintergrund über die letzten 5 Jahre, und jetzt war es an der Zeit Worten Taten folgen zu lassen und endlich das zu machen worüber wir so lange nur gesprochen hatten. Wahrscheinlich ist jetzt auch die letzte Gelegenheit für uns beide, die Reise zu machen, da wir uns beide darauf einlassen können und bereit sind Zeit, Arbeit und Wohnung dafür zu opfern und aufzugeben. Wir sind beide motiviert und wollen die Reise machen, da es eine einmalige Sache ist. Ich glaube, dadurch das wir so lange darüber gesprochen haben, war es immer irgendwo auf der Liste der Dinge die man irgendwann mal machen will, aber es war nie der richtige Moment dafür da, immer kamen Sachen dazwischen, Job, Karriere, Geld.. und klar, getrennt zu sein und in verschiedenen Ländern auf verschiedenen Kontinenten zu leben machte die Planung auch nicht leichter!
WARUM MIT DEM MOTORRAD?
Es ist eine viel angenehmere, freundlichere Art der Fortbewegung in der Dritten Welt, viel besser als irgendwo mit einem riesigen Geländewagen aufzutauchen… natürlich, auf der anderen Seite, wenn es regnet wird man nass, wenn es heiss ist hat man keine Klimaanlage und wenn es kalt ist keine Heizung. Man hat kaum Platz für seine Sachen und man kann auch nicht mal eben ein Nickerchen machen wenn man ko ist. Mir ist das einmal auf einem unserer Trips in Australien passiert und ich hab mir geschworen daß wir das nächste Mal dann kurz anhalten und ich kurz am Straßenrand döse um wieder etwas Energie zu bekommen. Klar auch daß der Fahrer noch viel mehr mit der Müdigkeit zu kämpfen hat... von daher, von meiner Seite, ich beschwer mich nicht.