Aus – und Aufrüstung

Robert with his bike Motorbike

Old Beamer

Eine Reise von dieser Länge und Dauer ist eine ernsthafte Herausforderung für jedes Motorrad, sogar für die aktuellsten und neuesten Modelle. Es allerdings mit einer 15 Jahre alten BMW mit 140.000km auf der Uhr zu versuchen ist dann doch noch mal eine ganz andere Geschichte. Unsere Beamer ist in einem sehr guten Zustand und sehr gepflegt. Man fühlt und sieht ihr ihr Alter nicht an und wenn sie frisch geputzt und poliert ist, könnte man fast meinen es wär ein neues Motorrad. Ist sie aber und es kann eigentlich alles passieren, jederzeit.

Zwei Leute auf dem Motorrad, plus Gepäck, auf allen möglichen und unmöglichen Straßen, durch alle Klimazonen von tropischer Hitze bis zu Eiseskälte, belastet das Material bis an seine Grenzen. Es ist schlichtweg unvermeidbar das irgendwas nachgeben und brechen wird. Die Frage ist halt, welches von all den Komponenten wird am wahrscheinlichsten den Geist aufgeben und sollte am besten schon vorher ausgetauscht werden. Aber das ist gar nicht so einfach (es sei denn man tauscht gleich alles aus. Aber dann kann man sich auch eine neue GS kaufen. Beziehungsweise könnte man, theoretisch, wenn man das Geld hätte. Haben wir aber nicht.) Und dann ist da noch die Frage was man so alles an zusätzlicher Ausrüstung braucht, sprich Koffer, Tankrucksack, GPS, Werkzeug usw, wobei man nicht vergessen darf dass mit zwei Leuten auf dem Motorrad Platz sehr sehr knapp ist. Das heißt alles, aber auch wirklich alles, muß genau untersucht werden ob es wirklich nötig ist.

Unser Beamer ist eine 1992er BMW R100GS Paris-Dakar mit dem alten Zwei-Ventil-Boxer. 60 PS. Luftkühlung. BMW weiß wie man Motorräder mit durchdachtem Zubehör für die Langstrecke fitmacht und manche Details findet man bis heute nicht an Japanischen Maschinen. Das heißt, auf der Haben-Seite haben wir einen fetten 35-Liter Tank, gut fü r knapp 500km. Der Motor ist gut geschützt mit schweren Alu, die Krümmer von einer robusten Plastikabdeckung, der Scheinwerfer vergittert. K+N Luftfilter, zusätzliche Benzinfilter, heizbare Griffe, Alarmanlage, WP- Federbein und Gabelfedern. Der Kardan ist überholt, ebenso das Getriebe. Was kann da noch passieren?

Eine ganze Menge.

Es geht schon mit der Elektrik los. Da lässt sich kein Verschleiß vorab checken, entweder geht’s oder nicht. Niemand fährt mit einem zweiten Kabelbaum los, also nehmen wir nur die wichtigsten Sachen mit, wie die Zündbox und die Dioden-Plattform, ein bekannter Schwachpunkt der alten Boxer.

Die Federung funktioniert prima, ist aber sehr alt, also müßen wir sie komplett erneuern. Der Sitz muß neu gepolstert werden, Stahlflex- Leitungen in die Bremse. Neue Ölkuehler Leitungen wären schön und stabile Handschützer. Wir brauchen einen neuen Kofferträger, stabil genug um die schweren Aluboxen aufzunehmen. Ein großer Tankrucksack mit Seitentaschen, lang und tief genug um den Schwerpunkt nicht hoch zu treiben. Neue Hupe um Indiens verrückten Verkehr zu überleben. Werkzeug mit vernünftiger Luftpumpe und Kaltmetall um Löcher im Motorgehäese flicken zu können.

Und das Motorrad braucht eine komplette Rundum-Inspection, dh alle Öle müßen gewechselt warden, neue Batterie, neue Reifen und, vom Sound zu urteilen, eine neue Steuerkette muß auch rein.

Es ist eine Menge zu tun und Geld auszugeben. Wir werden den Motor nicht anfassen, er lüuft rund, verbraucht kaum Öl und klingt sehr gesund. Natürlich ist das keine Garantie und es kann immer noch alles mögliche passieren. Wir können uns nur so gut es geht vorbereiten und hoffen daß, wenn es uns erwischt, wir improvisieren können und es zur nächsten Werkstatt schaffen.


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